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SHK – Pressekonferenz 2022

Versorgungssicherheit und Energiewende – geht das?

Wie kann klimaschonendes Heizen im Winter sichergestellt werden und dennoch leistbar bleiben? Das Grundrecht auf Wohnen bedingt auch, dass diese Wohnung warm ist und über funktionierende Sanitäranlagen verfügt! Die eigenen vier Wände haben in der Pandemie stark an Bedeutung gewonnen und damit auch die Behaglichkeit und der Komfort, den diese bieten sollen. Die Heizung und das Bad stehen damit im Fokus.

Endlich wieder SHK-Branchenmesse – Rückkehr zur „Messenormalität“

„Die WEBUILD Energiesparmesse Wels ist der richtige Rahmen, um mit kompetenten Menschen über genau diese Themen zu reden, Lösungen zu suchen und zu finden“, erklärt Messedirektor Mag. Robert Schneider. Nach dem Pandemie-bedingten Ausfall der Messe im Jahr 2021 ersehnen sich viele wieder die Rückkehr zur „Messenormalität“. Rund 250 Aussteller bei der um einen Monat verschobenen Frühjahrs- und Kompakt-Edition beweisen, dass sie die Präsenzmesse schätzen und den Live-Kontakt zu den Installateuren vermisst haben.

„Besonders im Heizungs- und Energiebereich bietet die WEBUILD Energiesparmesse auch dieses Jahr wieder den besten Marktüberblick in Österreich. Aber auch im Sanitär- und Installations-Technik-Bereich sind eine Reihe von namhaften Herstellern vertreten. Zahlreiche Fachveranstaltungen und Branchentreffs machen die Messe zum ersten Treffpunkt der SHK–Branche seit fast zwei Jahren und damit auch wieder zur größten SHK-Fachmesse für Installateure und Planer in 2022, bevor dann ab Freitag die Tore für alle privaten Bauherren und Sanierer geöffnet sind. Ich blicke daher sehr optimistisch auf die WEBUILD Energiesparmesse KOMPAKT. Sie wird ein wertvoller Baustein für die Zukunft und für die nächsten Jahre sein!“, so Messedirektor Schneider.

SHK- und Baubranche anhaltend im Aufwärtstrend

Als einer der führenden Großhändler erläutert Mag. Hans-Peter Moser, gf. Gesellschafter GC-Gruppe Österreich, dass sich die Baubranche nach wir vor in einem Aufwärtstrend befindet. Niedrige Zinsen und hohe Mengen an Erspartem durch den coronabedingten Wegfall von Urlauben, Restaurantbesuchen und Freizeit-Aktivitäten haben dazu geführt, dass die Menschen in ihr Zuhause investiert haben. Hinzu kommt, dass das eigene Zuhause als heimeliger Rückzugsort noch stärker an Bedeutung gewonnen hat – ganz einfach, weil wir alle mehr zu Hause waren, Stichwort Lockdowns und Home-Office.

Das Badezimmer als einer der zentralen Wohlfühlorte im Zuhause ist dadurch viel stärker in den Fokus gerückt.

Wohntrends und Konsequenzen für die Baubranche

Das Badezimmer bekommt bei Eigenheim- und Wohnungsbesitzern seit Längerem stark gestiegene Aufmerksamkeit – und das aus gutem Grund: Das Badezimmer ist Rückzugs- und Erholungsraum und der Ort, an dem man sich für den Start in den Tag vorbereiten und in Ruhe sein Abendritual genießen kann. Ein klug gestaltetes Badezimmer erfüllt viele Funktionen zugleich und erfreut jeden Tag aufs Neue – und das viele, viele Jahre lang.

Das Bewusstsein dafür, dass es für die maßgeschneiderte und durchdachte Planung eines Badezimmers Wissen und Erfahrung braucht, ist gestiegen. Über dieses Know-how verfügen die professionellen Badberater des Großhandels und der Installateure.   In rund zweistündigen Gesprächen werden die Badezimmer gemeinsam mit den Endkunden maßgeschneidert geplant, genau abgestimmt auf die persönlichen Anforderungen und Bedürfnisse und dann von Fachhandwerkern genauso umgesetzt.

Branchenentwicklung im Großhandel bei Sanitär- und Hinterwandprodukten

Berührungslose Armaturen und Dusch-WCs sind immer stärker im Kommen. Vorgefertigte Aufsätze für die Hinterwandinstallation erleichtern den Installateuren die Montage und sparen Arbeitszeit. Hier arbeiten Industrie, Großhandel und Installateur im Interesse der Kunden eng und gut zusammen.

Outlook 2022 mit geänderten Lieferketten

Es wird sehr viel gebaut, die Nachfrage nach den Dienstleistungen professioneller Installateure ist sehr hoch. Gleichzeitig führt die weltweit gestiegene Nachfrage nach bestimmten Rohstoffen dazu, dass sich die liefernde Industrie in bestimmten Bereichen mit Engpässen konfrontiert sieht. Die Situation hatte sich Anfang dieses Jahres entspannt – bis zum Beginn des Ukraine-Krieges. Diese Zäsur in der europäischen Nachkriegsordnung ist eine humanitäre Katastrophe gewaltigen Ausmaßes, die über allen Maßen betroffen macht. Die Auswirkungen spüren wir alle – auf emotionaler Ebene und konkret bezifferbar in steigenden Lebenserhaltungskosten, hervorgerufen vor allem durch enorm gestiegene Energiepreise.

Die Folgen der wirtschaftlichen Sanktionen gegenüber Russland und die extrem hohen Energiepreise betreffen den gesamten Großhandel. „Wir versuchen sicher zu stellen, dass unsere Installateurpartner verlässlich mit Waren beliefert werden.“, so Mag. Hans-Peter Moser. Dazu haben manche Großhändler die Verfügbarkeit bei bestimmten Warengruppen flächendeckend in ganz Österreich vorausschauend erhöht. Mögliche Engpässe versucht man mit hochqualitativen Alternativen abzufedern, die zeitgerecht dorthin geliefert werden, wo sie die Installateurkunden brauchen.

Fachhandwerk im Dauereinsatz

„Das Volumen der zu bewältigenden Arbeit seitens unserer Installateurpartner steigt, gleichzeitig sehen sie sich damit konfrontiert, dass qualifizierte Mitarbeiter sehr schwer zu finden sind. Diesen Fachkräftemangel erleben wir quer durch alle Branchen. Unsere unterstützende Antwort als Großhandel darauf ist Digitalisierung: Wir stellen digitale Werkzeuge zur Verfügung, mit denen unsere Installateurpartner Zeit und Geld sparen.“, erklärt Mag. Moser abschließend.

Installateure gut ausgelastet

In Österreich gibt es über 6.500 Installationsbetriebe, die mehr als 31.000 Arbeiter und Angestellte beschäftigen und an die 4.500 Lehrlinge ausbilden. Inklusive EPUs und Eigentümern sind somit ca. 45.000 Fachhandwerker in der Branche tätig – aber wir brauchen deutlich mehr qualifizierte Mitarbeiter.

Um die Installateure bei der Suche nach geeigneten Fachkräften zu unterstützten, hat die Bundesinnung eine eigene INFORMATIONSPLATTFORM geschaffen, auf der es sogar eine Lehrstellenbörse gibt. Dort werden der Beruf und die Ausbildung und Karrieremöglichkeiten vorgestellt: KARRIERE MIT LEHRE eben. Das Ganze ist unter meinelehre.at bereits aktiv.

War 2021 trotz Pandemie schon ein sehr gutes Jahr mit Umsatzerlösen von ca. 5,6 Millionen Euro, so kann für 2022 vermutlich nochmals eine Steigerung erwartet werden. Die Auftragsbücher sind voll und es kann aktuell zu mehrmonatigen Wartefristen kommen. 2021 kamen die österreichischen Installateure auf einen Produktionswert von 5,5 Milliarden Euro.

Die Installationsbetriebe sind voll damit beschäftigt, Aufträge abzuarbeiten. „Für komplizierte Angebote und langfristige Preisverhandlungen fehlt uns manchmal die Zeit, auch wenn das so mancher Kunde nicht versteht. Die Corona-bedingten Ausfälle vieler unserer Mitarbeiter machen uns immer noch schwer zu schaffen.“, erklärt Bundesinnungsmeister KR Ing. Michael Mattes.

Alternativen zu russischem Gas

„Aktuell möchten viele Kunden auf Grund der hohen Gaspreise sofort auf ein günstigeres und sicheres System umsteigen.“, berichtet Bundesinnungsmeister KR Ing. Michael Mattes aus der täglichen Praxis. Vor allem im städtischen Bereich müssen Kunden nach kurzer Recherche feststellen, dass der Umstieg auf Fernwärme das Grundproblem nicht löst: Falls es überhaupt Anschlusskapazitäten gibt, sind und werden die Preise kräftig steigen, weil Fernwärme im Winter ebenfalls überwiegend mit Gas produziert wird.

Oft wird bei den Installateuren als Alternative auch die Wärmepumpe mit Photovoltaik angefragt.  Der Wunsch der Konsumenten ist, mit dem selbstproduzierten Strom sicher und billig zu heizen. Was jedoch im Einfamilienhaus – sowohl im Neubau als auch im gut sanierten Altbaubereich – eine gute Lösung ist, muss nicht unbedingt für Wohnungen im Geschoßbau geeignet sein.

Es steht außer Zweifel, dass Photovoltaik eine tolle Möglichkeit ist, um bei Sonnenschein Strom zu produzieren. ABER: genau der fehlt aber im Winter oder in der Nacht, wenn in der Regel geheizt wird. Trotz Stromspeicher wird der Eigendeckungsgrad eher überschaubar bleiben.
Für einzelne Wohnungen ist eine Wärmepumpe in der Regel technisch nicht machbar.
Für die geplante Geothermie müssen die heißen Quellen tatsächlich erst erschlossen werden – in der Seestadt Aspern hat das nicht so ganz geklappt.

Grünes Gas aus Österreich

Für den überwiegenden Bestand an Gasheizungen – also fast 1 Million – wird die realistische Lösung wohl Grünes Gas bedeuten. Dafür sollte im Sommer so viel Strom wie möglich erneuerbar produziert werden, der dann anstatt abgeregelt – also weggeworfen – zu werden, in Wasserstoff umgewandelt wird, der dann z.B. in den Gaslagerstädten im Weinviertel gelagert wird, ins Gasnetz eingespeist oder mit CO² methanisiert wird.

Damit könnte die vorhandene Infrastruktur von Gas und Strom sinnvoll genutzt werden und Energie regional erneuerbar produziert werden. „Wir fordern dringend Förderungen für die Produktion von Wasserstoff und die Förderung des Umstiegs auf Brennwertgeräte und Wärmepumpen die ´Green Gas Ready´ sind – zumindest als Teil von Hybridsystemen.“, so Bundesinnungsmeister Mattes.

In diesem Zusammenhang weist Mattes auf die neu gegründete ALLIANZ FÜR GRÜNES GAS hin, in der namhafte Firmen, regionale Stadtwerke und zahlreiche Fachorganisationen der Wirtschaftskammerorganisation  von den politisch Verantwortlichen fordern, bei allen aktuellen Gesetzesvorhaben, insbesondere dem Erneuerbaren-Wärme-Gesetz, auf generelle Gasheizungsverbote zu verzichten und im Sinne einer technologieoffenen Herangehensweise nicht auf die Technologie (Gasheizung), sondern auf den eingesetzten Energieträger abzustellen: Gasheizungen, die mit Grünem Gas klimaneutral betrieben werden, sollen weiterhin und auch nach dem Jahr 2040 Teil der Energiewende sein.

Heizungsabsatz 2021

Das Jahr 2021 hat die Heizungsindustrie vor allem im Bereich der Lieferketten vor große Herausforderungen gestellt, um die rege Nachfrage bedienen zu können.

„Die Menschen waren viel zu Hause, Urlaube waren nicht planbar und die Zinsen auf der Bank nicht erkennbar, die Zeitungen voll von tollen Förderschienen, führt Ing. Mag. Dr. Ernst Hutterer als Vorstand der Vereinigung Österreichischer Kessellieferanten und Eigentümer der Fröling Heizkessel- und Behälterbau Ges.m.b.H. aus. Viele haben die Zeit und ihr Geld sinnvoll genutzt, um ihre  Heizungen auf den Stand der Technik zu bringen. Das hat sich in den Absatzzahlen deutlich niedergeschlagen.

Holzheizungen und Wärmepumpen

Holzheizungen konnten mit plus 38 % die höchsten Zuwachsraten erzielen. Insgesamt wurden 18.000 Anlagen verkauft. Rund 70 % dieser Anlagen sind Pelletanlagen. Hier hat die Bundesförderung von € 7.500,– in Kombination mit Landesförderungen deutliche Akzente gesetzt. Der große Vorteil ist, dass diese Anlagen mit heimischem Holz und Pellets betrieben werden und bei einem Jahresbedarf von ca. 150 kWh Strom steigende Strompreise kaum ins Gewicht fallen. Ebenfalls hoher Beliebtheit erfreuen sich die Wärmepumpen. Auch hier hat die Bundesförderung nochmals Impulse gesetzt und es konnten 32.000 Heizungswärmepumpen verkauft werden. Hier dominiert klar die Luftwärmepumpe mit deutlich über 80 %, die zwar mehr Primärenergie als Solewärmepumpen benötigt, dafür aber unkompliziert einzubauen ist.

Gasheizungen

Auch die Nachfrage bei Gasheizungen war 2021 auf hohem Niveau und mit 4% leicht im Plus – 47.000 Geräte waren es nach exakter Periodenzurechnung schlussendlich. „Hier dominieren mit 87 % Gaswandgeräte – der Klassiker im städtischen Mehrgeschosswohnbau. Hier kommen auch die meisten Anfragen, auf welche Alternative man umsteigen kann und hier ist das auch am schwierigsten. Von einer Gasbrennwerttherme mit einem saisonalen Wirkungsgrad von rd. 90 % auf Fernwärme mit Wirkungsgraden um die 50 % umzusteigen ist wohl mäßig sinnvoll. Aber wir brauchen ja auch in den nächsten Jahren noch Herausforderungen. Hierzu zählen ganz sicher die Optionen von Biogas und Wasserstoff.“, erklärt Dr. Hutterer.

Ölkessel sind mit minus 13 % weiter rückläufig auf niedrigem Niveau; 2021 waren es noch 2.600 Anlagen, die erneuert wurden. „Das Bestandspotential ist aber mit 400.000 – 500.000 Anlagen noch enorm und wird uns die nächsten Jahre gut beschäftigen.“, so Hutterer.

Lieferketten und Export

Die Hersteller waren und sind stark gefordert, neue Lieferanten zu finden, Produkte müssen umdesignt werden, Vorlieferanten sind nur noch bedingt lieferfähig, Mitarbeiter in Quarantäne oder krank, LKW-Fahrer im Krieg – und die Nachfrage steigt weiter.

Auch in Deutschland ist die Nachfrage stark gestiegen. Besonders stark nach österreichischen Holzheizungen. Die Energiepreise sind hoch, die Förderungen attraktiv. Anders als in Österreich muss dort nicht ausschließlich mit einer bestimmten Technologie Wärme erzeugt werden, sondern nur der überwiegende Teil – Deutschland verfolgt damit den auch von der VÖK geforderten technologieoffenen und multienergetischen Ansatz.

Die Wärmewende ist im Gange – ohne Zwang und Verbote. Wie uns das Pandemie-Management gelehrt haben sollte, bewirkt Zwang leider oft das Gegenteil. „Zwänge und Verbote sind damit in einer demokratischen Gesellschaft entbehrlich – ganz besonders Technologieverbote.“, fasst Dr. Elisabeth Berger als Moderatorin und Geschäftsführerin der VÖK zusammen. Neben Wasserkraft und Holz als heimische Energieressource muss die Produktion von Wasserstoff und Biogas zur Energie- und Wärmeversorgung rasch ausgebaut und entsprechend finanziell unterstützt werden.

 

Zu den Pressefotos
Impressionen vom SHK-Fachtag

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